Sustainable Excellence Management: Personalentwicklung als Basis

Sustainable Excellence Management: Personalentwicklung als Basis

Marco Englert, CMO und Executive Director bei Motodox, im Gespräch mit Dr. Ilga Vossen: Sie ist promovierte Psychologin und Top-Expertin für die Themen Führung, Konfliktmanagement, Coaching von Führungskräften und Persönlichkeitsentwicklung.

Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit heißt für mich, die eigene Komfortzone verlassen und über den persönlichen zeitlichen Horizont hinaus, Verantwortung zu übernehmen.

Warum ist das Thema Nachhaltigkeit für Führungskräfte und die Führungskräfteentwicklung von Bedeutung?

Unternehmen bewegen sich nicht in einem luftleeren Raum. Manchmal sind Führungskräfte so auf interne Prozesse und die Erreichung kurzfristiger Ziele fokussiert, dass gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit Ressourcen und in der Gestaltung eigener Geschäftsprozesse untergehen. Gerade die sich rapide verändernden Marktbedingungen, die wir aktuell in manchen Branchen aufgrund der Digitalisierung erleben, führen dazu, dass der Fokus der Führungskräfte stark nach innen geht. Wir beobachten eine starke Beschleunigung, die sich häufig als Aktionismus im Führungsverhalten zeigt. Gerade jetzt ist es notwendig langfristige Perspektiven aufzumachen und das Thema Nachhaltigkeit wieder in die Managementdiskussion aufzunehmen.

Wie steht es um eine nachhaltige Führungskultur in den Unternehmen?

Wenn Sie mit nachhaltiger Führungskultur meinen, dass Nachhaltigkeit als Haltung in Unternehmen das Führungsverhalten bestimmt, dann ist meine Antwort: „Das ist sehr unterschiedlich“. In einigen Branchen z.B. in der chemischen Industrie gibt es ein starkes Bewusstsein für ökologische Nachhaltigkeitsforderungen. Gesetzliche Auflagen zwingen die Führungskräfte dazu, diese Aspekte zu integrieren. Grundsätzlich schätze ich die Ergebnis- und EBIT-Orientierung in Unternehmen im Vergleich dazu deutlich höher ein und dieser werden dann nachhaltige Konzepte oft auch geopfert. Da steht Gegenwarts- und Profitorientierung gegen Zukunfts- und Nachhaltigkeitsorientierung.

Sind viele Menschen in Führungspositionen tatsächlich egobezogene Psychopathen, Narzissten ohne jedes Verantwortungsgefühl?

Es gibt natürlich narzisstische und egozentrische Führungskräfte. Die Motive warum jemand in eine Führungsposition geht, können jedoch sehr unterschiedlich sein. Bei manchen mag der Wunsch nach persönlicher Macht und Status stark ausgeprägt sein. Oft kommen aber Menschen in Führungspositionen, die schon immer viel Verantwortung für andere, für Qualität, für Ergebnisse übernommen haben. Führungskräfte sind also oft im Gegenteil häufig Menschen, die etwas bewegen, bereit sind viel Energie zu investieren und Verantwortung zu übernehmen. Manch einer kommt auch eher ungewollt in diese Position rein. Trotzdem, ich sehe durchaus die Gefahr, dass Führungskräfte Empathie und Gemeinschaftssinn verlieren, wenn sie kein Feedback mehr bekommen oder dieses sogar abblocken. Wenn sich niemand mehr traut, eine Führungskraft kritisch zu hinterfragen, wird sie das Schweigen als Bestätigung empfinden. Dysfunktionales Verhalten wie übermäßiger Egozentrismus kann sich dann verstärken. Hier schließt sich dann der Kreis: eine egozentrische Führungskraft, die sich selbst als Maßstab aller Dinge nimmt, wird dem Aspekt der Nachhaltigkeit in ihren Entscheidungen wenig Raum geben.

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen