Sustainability Excellence: Exzellenzfaktoren für mehr Nachhaltigkeit

Sustainability Excellence: Exzellenzfaktoren für mehr Nachhaltigkeit

Marco Englert, CMO und Executive Director bei Motodox, im Gespräch mit Dr. Saskia Juretzek: Sie ist Expertin für strategisches Nachhaltigkeitsmanagement und gehört zu Deutschlands Gesichtern der Nachhaltigkeit.

Was heißt Nachhaltigkeit für Sie?

Nachhaltigkeit heißt für mich persönlich, alles was ich tue gesamtheitlich zu betrachten und zu hinterfragen welche Auswirkungen es auf meine Umwelt und meine Mitmenschen hat.

Nachhaltige Entwicklung im Unternehmen beinhaltet für mein Verständnis mindestens drei Ebenen, die soziale, die ökologische und auch die langfristige ökonomische Ebene. Einige Definitionen schließen auch die kulturelle Ebene mit ein. Häufig fehlt noch das Bewusstsein dafür was Nachhaltigkeit in allen Dimensionen tatsächlich bedeutet und wie vielfältig und komplex die Schnittstellen im Unternehmen sind.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit allgemein in Organisationen?

Das kommt stark auf die Organisation an und auch auf die Unternehmensführung. Für Familienunternehmen ist es häufig zumindest schon einmal selbstverständlich langfristig zu denken und damit fast automatisch Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen. Es werden z.B. Lieferantenbeziehungen langfristig gedacht. Es geht nicht um eine kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern es werden für beide Seiten faire Konditionen vereinbart, auf die sich beide verlassen können. Der Lieferant kann langfristig planen, seine Existenz absichern und auch eine hohe Qualität gewährleisten. Der Abnehmer hat Sicherheit in der Lieferkette, in der Planung und auch in Bezug auf eine konsistent gute Qualität. Kurzfristige Preisschwankungen im Markt spielen dann erstmal keine Rolle.

Bei Mittelständlern ist das Thema noch nicht so stark verankert wie es sein könnte, häufig fehlen einfach noch die Strukturen und Ressourcen. Aufgrund der Größe an sich wäre eine Verankerung hier jedoch noch leichter umzusetzen als in einem Großunternehmen, das internationaler aufgestellt ist und meist wesentlich komplexer organisiert ist. Dennoch sehe ich bis jetzt sogar eher eine stärkere Umsetzung bei Großunternehmen. Sie stehen mehr im medialen Fokus und müssen häufig schnell auf die Anforderungen ihrer Stakeholder (Kunden, NGOs, Medien, Mitarbeiter, Anteilseigner etc.) reagieren. Große, bekannte Marken (wie bspw. Nike, Apple, Nestle…) als auch konfliktträchtige Industrien (wie bspw. Öl, Energie, Tabak, Chemie, Pharma…) stehen hier besonders im Zentrum. Zudem sind Großunternehmen häufiger regulatorischen Anforderungen unterworfen wie beim Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung.

Das Maß bzw. die Ernsthaftigkeit des Engagements hängt jedoch wiederum stark von der Unternehmensführung ab und davon, ob diese die geeigneten Strukturen für die Integration sozialer und ökologischer Aspekte schafft und das Thema glaubwürdig vertritt.

Heißt das, dass die Unternehmensführungen mehr für Nachhaltigkeit einstehen müssen?

Ohne die Unternehmensführung geht es nicht. Diese stellt die strategischen Weichen und lebt eine bestimmte Kultur vor. Die bestehenden Rahmenbedingungen im Unternehmen sind für die erfolgreiche Umsetzung im Unternehmen wesentlich. Wichtig sind ein glaubwürdiger Support der Geschäftsführung, eine klare Corporate-Responsibility (CR) -Strategie, definierte Ziele und Prioritäten (wie bspw. definierte Entscheidungsprämissen für den Einkauf) sowie eine in die Unternehmensstrategie integrierte CR-Strategie. Das kann nur von der Unternehmensführung selbst ausgehen. Einen ausgesprochenen Nachhaltigkeitsskeptiker überzeugt man selten bzw. nur mit sehr viel Energie vom Gegenteil. Daher braucht es eine Führungsebene mit CR-Verständnis und idealerweise auch unter den Mitarbeitern ein ethisches Fundament im Unternehmen, damit jede Ebene die richtigen Entscheidungen trifft. Weiterhin sollte CR messbar gemacht werden und als Werttreiber genutzt werden.

Hier weiterlesen: http://www.huffingtonpost.de/entry/sustainability-excellence-exzellenzfaktoren-fur-ein_de_5a5fa786e4b0549d1a953e8a

 

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