Intelligent Marketing: Funktioniert automatisiertes Marketing zukünftig ohne Menschen?

Intelligent Marketing: Funktioniert automatisiertes Marketing zukünftig ohne Menschen?

Mit den wachsenden Möglichkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) fragen sich immer mehr Marketeers, ob Maschinen nach und nach ihren Platz einnehmen könnten. Die Experten Marco Englert und Dr. Anabel Ternès geben Entwarnung – Kreativität bleibe eine zutiefst menschliche Domäne, auch in Zeiten der Automatisierung.

Eine Plakatwerbung für eine soziale Organisation zur Stärkung der Frauenrechte schreibt zum Foto eines Mädchens, das vor einem Roboter steht: Morgen wirst Du diesem Roboter das Fühlen und Empfinden beibringen…

Die unter dem Begriff Künstliche Intelligenz (KI) zusammengefassten Technologien stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung und sind doch bereits selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens. Am Beispiel Marketing zeigt sich nicht nur das enorme Potenzial, sondern eben auch die Grenze: Erfrischende und emotionale Kreativität bleibt (vorerst) eine zutiefst menschliche Domäne.

Sie stehen rund um die Uhr zur Verfügung, erledigen viele Standardaufgaben automatisch und steigern die Effizienz in den unterschiedlichsten Bereichen: Bots, digitale Assistenten, Künstliche Intelligenz – die Digitalisierung eröffnet ein noch immer nicht bis in die letzte Konsequenz überschaubares Potenzial. Wird der Mensch einerseits zur schier unerschöpflichen Datenquelle, nutzen intelligente Tools diese andererseits gezielt aus, um wiederum das Verhalten des Menschen zu beeinflussen.

Insbesondere im Bereich Marketing etablieren sich zunehmend automatisierte Systeme, die die potenziellen Kunden zum perfekten Zeitpunkt mit den relevanten Informationen ansprechen und letztendlich zur Kaufentscheidung führen – ein Traum für jeden Vertriebschef, der seine Mitarbeiter zur mühsamen Generierung von Leads antreiben muss. Es stellt sich nur die Frage: Wo bleibt der Mensch in diesem System?

Künstliche Intelligenz verändert menschliches Verhalten

Wenn Kühlschränke sich künftig selbsttätig per Online-Bestellung auffüllen, YouTube nur noch für den jeweiligen Nutzer interessante Beiträge anzeigt und digitale Assistenten Reisen buchen, dann greifen diese Systeme auf gespeicherte Profile zurück: Sie filtern und verarbeiten somit Daten und Informationen aus dem bisherigen Verhalten des Nutzers, sodass sie dessen Bedürfnisse und Interessen aus den Erfahrungswerten ableiten können. Auf dieser Grundlage treffen sie Entscheidungen, verändern aber eben auch das menschliche Verhalten: Der Nutzer lehnt sich entspannt zurück, sucht und recherchiert nicht mehr selbst, sondern lässt ganz einfach finden.

Um jedoch gefunden zu werden, müssen auch Produkthersteller und Dienstleister ihr Vorgehen drastisch verändern: Reichte einst die zur jeweiligen Zielgruppe passende Werbung über die etablierten Kanäle auf, um im Bewusstsein der Kunden präsent zu bleiben, müssen nun auch die Suchmaschinen von der Relevanz der Angebote überzeugt werden. Siri & Co. interessiert es nicht, ob eine kreative und überraschende Werbung die Aufmerksamkeit des Nutzers erregt, hier entscheidet der Algorithmus. Und der bezieht nur die Webseiten in seine Auswertung ein, die seinen Ansprüchen genügen. Künstliche Intelligenz positioniert sich also zwischen Marke und Mensch, um zu filtern und zu selektieren. Wer nicht im Netz präsent ist, hat ohnehin verloren.

Intelligent Marketing schafft Freiräume für echte Kreativität

Wer einmal nach einem Produkt gegoogelt hat, bekommt anschließend genau die passende Werbung angezeigt – kein Zufall, im Gegenteil. Künftig dürften die Anzeigen anhand der persönlichen Profile sogar individuell zugeschnitten und an den optimalen Touch Points präsentiert werden. Intelligent Marketing fußt auf diesen automatisierten Prozessen, die die Individualisierung auf ein neues Niveau treiben: Statt einer übersichtlichen Anzahl von Anzeigenmotiven kreieren die Algorithmen beliebig viele, um die Befindlichkeiten des potenziellen Interessenten perfekt zu bedienen.

Moderne Kunden legen darauf größten Wert, allerdings gehen die Unternehmen damit auch ein gewisses Risiko ein: Wie viel Individualisierung ist möglich, ohne die Markenidentität zu verlieren? Diese Entwicklung bleibt abzuwarten, vor allem aber sind die Marketing-Spezialisten gefragt, hier eine tragfähige Balance zu finden.

Hier weiterlesen: https://www.m-k.ch/intelligent-marketing-funktioniert-automatisiertes-marketing-zukuenftig-ohne-menschen/

 

 

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